Was ist ein DDoS-Angriff?
Bei einem Distributed-Denial-of-Service-Angriff (DDoS) überfluten Angreifer Ihre IT-Systeme mit einer Masse an Anfragen, bis diese unter der Last zusammenbrechen. Das Ziel: Ihre Dienste für legitime Nutzer unerreichbar zu machen. Die Angriffe werden über Botnetze – tausende kompromittierte Geräte weltweit – koordiniert und sind damit schwer zu blockieren.
Für Unternehmen bedeutet ein DDoS-Angriff: Webshop offline, Kundenportal nicht erreichbar, E-Mail-Systeme gestört. Je nach Branche kann bereits eine Stunde Ausfallzeit fünf- bis sechsstellige Schäden verursachen.
Arten von DDoS-Angriffen
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Nicht jeder DDoS-Angriff funktioniert gleich. Die drei Hauptkategorien erfordern unterschiedliche Abwehrstrategien:
Volumetrische Angriffe
Die häufigste Form: Angreifer erzeugen enormen Datenverkehr (oft mehrere hundert Gbit/s), um die Internetanbindung zu überlasten. Typische Methoden sind UDP-Floods, DNS-Amplification oder Memcached-Reflection. Gegen diese Angriffe hilft nur Kapazität – Ihr eigener Server kann das nicht abfangen.
Protokoll-Angriffe
Diese zielen auf Schwachstellen in Netzwerkprotokollen. SYN-Floods, Ping of Death oder fragmentierte Pakete überlasten Firewalls, Load Balancer oder Server-Ressourcen. Die Bandbreite ist oft gering, der Effekt aber verheerend.
Application-Layer-Angriffe
Die raffinierteste Variante: Angreifer senden scheinbar legitime HTTP-Anfragen, die ressourcenintensive Operationen auslösen – etwa komplexe Datenbankabfragen oder große Downloads. Diese Angriffe sind schwer von normalem Traffic zu unterscheiden und erfordern intelligente Erkennung.
Wie erkennen Sie einen DDoS-Angriff?
Ein DDoS-Angriff kündigt sich oft durch klare Symptome an:
- Plötzlicher Performance-Einbruch: Webseiten laden extrem langsam oder gar nicht mehr
- Monitoring-Alarme: Bandbreiten-Auslastung, CPU-Last oder Verbindungszahlen schießen in die Höhe
- Ungewöhnliche Traffic-Muster: Anfragen aus untypischen Regionen, gleichförmige Request-Muster, auffällige User-Agent-Strings
- ISP-Benachrichtigung: Ihr Internet-Provider meldet ungewöhnlich hohen eingehenden Traffic
- Ausfall einzelner Dienste: DNS, E-Mail oder VPN sind nicht mehr erreichbar, obwohl die Infrastruktur läuft
Wichtig: Nicht jeder Ausfall ist ein DDoS-Angriff. Fehlkonfigurationen, Hardware-Defekte oder Traffic-Spitzen nach Marketingaktionen können ähnliche Symptome zeigen. Eine sorgfältige Analyse ist entscheidend.
Sofortmaßnahmen bei einem DDoS-Angriff
Wenn Sie einen aktiven DDoS-Angriff vermuten, handeln Sie in dieser Reihenfolge:
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Internet-Provider kontaktieren: Ihr ISP kann auf Netzwerkebene filtern und hat die nötige Bandbreite, um volumetrische Angriffe abzufangen. Viele Provider bieten Notfall-Scrubbing-Dienste an.
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DDoS-Schutz aktivieren: Wenn Sie einen DDoS-Mitigation-Dienst haben, aktivieren Sie den Notfallmodus. Wenn nicht, kontaktieren Sie umgehend einen Anbieter – viele bieten Emergency Onboarding an.
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Traffic analysieren und filtern: Identifizieren Sie Angriffsmuster und setzen Sie gezielte Filterregeln. Geo-Blocking kann helfen, wenn der Angriff aus bestimmten Regionen kommt.
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Kritische Systeme priorisieren: Wenn nicht alle Dienste geschützt werden können, priorisieren Sie geschäftskritische Anwendungen.
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Dokumentation starten: Protokollieren Sie Zeitpunkte, Symptome, Traffic-Daten und ergriffene Maßnahmen für die spätere Analyse und eine eventuelle Strafanzeige.
DDoS oder Hack? Der entscheidende Unterschied
Ein reiner DDoS-Angriff zielt auf Verfügbarkeit – Ihre Daten werden nicht gestohlen oder verschlüsselt. Allerdings nutzen Angreifer DDoS-Attacken zunehmend als Ablenkungsmanöver: Während Ihr IT-Team mit der Abwehr beschäftigt ist, läuft im Hintergrund der eigentliche Angriff – etwa eine Ransomware-Infektion oder Datenexfiltration.
Prüfen Sie deshalb immer parallel: Gibt es verdächtige Login-Versuche? Wurden Daten übertragen? Gibt es Veränderungen im Active Directory? Wenn ein DDoS-Angriff mit anderen Auffälligkeiten einhergeht, ist ein Incident-Response-Team gefragt.
Wann brauchen Sie Incident Response?
Holen Sie sich professionelle Unterstützung, wenn:
- Der Angriff länger als 30 Minuten andauert und Ihre Maßnahmen nicht greifen
- Gleichzeitig andere Sicherheitsvorfälle auftreten (Ransomware, ungewöhnliche Logins)
- Erpresserische Forderungen eingehen (Ransom-DDoS)
- Ihre geschäftskritischen Systeme dauerhaft betroffen sind
- Sie nicht sicher unterscheiden können, ob es ein DDoS-Angriff oder ein komplexerer Angriff ist
Langfristiger Schutz gegen DDoS
Nach dem Vorfall sollten Sie Ihre DDoS-Resilienz systematisch aufbauen:
- CDN und DDoS-Mitigation: Content Delivery Networks verteilen die Last und filtern bösartigen Traffic, bevor er Ihre Infrastruktur erreicht
- Web Application Firewall (WAF): Schützt vor Application-Layer-Angriffen und erkennt bösartige Anfragemuster
- Rate Limiting: Begrenzt die Anzahl der Anfragen pro IP-Adresse und Zeiteinheit
- Redundante Infrastruktur: Georedundante Systeme und Failover-Mechanismen erhöhen die Widerstandsfähigkeit
- DDoS-Response-Plan: Definieren Sie im Voraus Zuständigkeiten, Eskalationswege und Maßnahmen
- Regelmäßige Stresstests: Simulieren Sie DDoS-Szenarien, um Schwachstellen in Ihrer Abwehr zu identifizieren
Rechtliche Schritte
DDoS-Angriffe sind nach § 303b StGB (Computersabotage) strafbar und können mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren geahndet werden. Erstatten Sie Strafanzeige bei der Zentralen Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) Ihres Landeskriminalamts. Die gesicherten Traffic-Daten und Logfiles sind dabei wichtige Beweismittel.
Weiterführende Informationen
- Incident Response: 24/7 Soforthilfe
- Managed Security: Kontinuierliches Monitoring
- Penetration Testing: Schwachstellen finden
Vorbereitung ist alles
Die beste Verteidigung gegen DDoS beginnt lange vor dem Angriff. Unternehmen, die ihre Infrastruktur resilient aufstellen und einen klaren Response-Plan haben, überstehen Attacken mit minimalen Auswirkungen. Wer erst im Ernstfall reagiert, verliert wertvolle Zeit und damit bares Geld.